Dornrösschen, Todd Elik, AUFSTIEG!!!
Behutsam öffnen sie ihre Augen, blinzeln, das Sonnenlicht blendet sie. Die Panthers Spieler, sind nicht zwingend bekannt für euphorisches Aufstehen, daher sind sie versucht die Decke wieder über den Kopf zu ziehen, sich erneut der wohligen Wärme des Bettes zu ergeben. Aber schleichend ist ein stärker werdendes Kribbeln bemerkbar, eine zunehmende elektrisierende Erregung. Urplötzlich erhellen sich die Geister, die Pupillen ziehen sich zusammen, die Synapsen pumpen eine Mischung aus Endorphinen und Adrenalin durch das zentrale Nervensystem… Sorry, ihr liebsten Spielerfrauen, heute wart ihr ausnahmsweise nicht die Auslöser dieser Gefühlslagen, Nein!!! Heute konnten wir den Aufstieg in die Gruppe C klar machen!!!
So versammelten sich die Spieler am Sonntagnachmittag vor der PF Arena zusammen mit einer unglaublichen Menge Panthers Fans, um gemeinsam den Team Bus für das Auswärtsspiel gegen die Emmen Pikes zu besteigen. Die Stimmung im Bus war grandios, die Vorfreude in sämtlichen Sitzreihen spürbar. Spätestens als das Matchprogramm verteilt wurde, war allen klar, heute konnte Panthers Geschichte geschrieben werden. Kaum angekommen, bezogen wir bereits die Garderobe. Dort stellte der parteiische Beobachter bei den Spielern eine Lockerheit fest, die wahrscheinlich einem unangefochtenen Leader so eigen ist. Diese wich aber purer Konzentration als die Spieler vor der gigantischen Fankulisse einliefen. Auf einmal waren sämtliche Blessuren und Gebrechen vergessen, ein jeder wollte sein bestes Spiel der Saison abliefern.
Obwohl die Voraussetzungen für ein Hammerspiel der Panthers gegeben waren, starteten wir irgendwie zerstreut in die ersten zwanzig Minuten. Wir konnten das Spiel in das Drittel des Gegners tragen, aber wir liessen die Scheibe zu wenig zirkulieren und so zerstörten die Pikes unsere Bemühungen ziemlich mühelos. Sie gingen sogar mit einem rasch vorgetragenen Konter in Führung. Es fühlte sich für die Panthers an wie Dornrösschens Stich mit der Spindel in den Finger. Wir spielten lethargisch und kopflos, wie wenn sich der hundertjährige Schlaf über die Mannschaft gelegt hätte. Glücklicherweise küsste uns der Prinz in Gestalt unseres Topscorers mit dem Ausgleichstreffer wieder wach. Aber irgendwie hatten wir immer noch Mühe unser Spiel zu finden und so erlöste uns die Sirene am Ende des Drittels. Unzufrieden mit der eigenen Leistung, versuchten wir in der Garderobe den Fokus wieder auf unser bekanntes Tempospiel zu legen.
Dieses Vorhaben gelang uns zu Beginn des zweiten Drittels relativ gut, doch stellte sich rasch heraus, dass wir eventuell ein kleines bisschen übermotiviert waren. So mutierte ein Grossteil des Teams zu kleinen Todd Eliks. Leider nicht bezüglich seiner Genialität, sondern eher betreffend seiner Strafminuten Sammelwut. Es wurden wuchtige Doppelhänder, filigrane Hacken und stramme Checks ausgeteilt und wenn nötig auch lautstark kommentiert. Halt einfach Elik-like. Daher sassen zweitweise vier Panthers gleichzeitig auf der Strafbank und die Verbliebenen durften ausgiebig ihre Boxplay Skills weiterentwickeln. Statistisch gesehen, haben wir in diesem zweiten Drittel wohl gleich viele Strafen kassiert wie in den letzten drei Partien zusammen. Aber das permanente Überzahlspiel schien auch die Pikes aus dem Konzept gebracht zu haben. Obwohl wir wahrscheinlich keine volle Minute in diesem Drittel mit fünf Spielern auf dem Feld standen, gelang uns der Führungstreffer zum zwei zu eins Drittels Resultat.
Ins dritte Drittel starten wir wieder ein bisschen ruhiger. Wir sorgten zwar noch in regelmässigen Abständen dafür, dass unser Boxplay Training nicht zu kurz kommt, konzentrierten uns aber auch wieder auf unser Angriffsspiel. Im Gegensatz zu den vorgängigen Dritteln brachten wir die Scheibe nun konsequenter auf das gegnerische Tor und die Pikes erweckten den Eindruck, dass ihnen langsam die Puste ausging. So erhöhten wir auf drei zu eins und unsere Beine fühlten sich auf einmal wieder frisch an. Kurz darauf folgte das vier zu eins und erste fröhliche Gesichter konnten auf der Spielerbank beobachtet werden. Mit dem fünf zu eins war der Sack zu und nun wollten wir zur Kür ansetzen. Aber aufgrund miserablem Zeitmanagement war unsere Eiszeit fünf Minuten vor dem eigentlichen Spielende zu Ende. Egal, wir haben über die ganze Saison hinweg zielstrebig auf den heutigen Tag hin gearbeitet und wurden vor einem tollen Publikum mit dem frühzeitigen AUFSTIEG belohnt. Dieser wurde kräftig mit Bier, kalten Duschen und noch mehr Bier standesgemäss gefeiert. Die Heimfahrt im Team Bus war ein Freudenfest und DJ Vladi heizte mit Gassenhauer dem Team und den mitgereisten Fans kräftig ein, auch wenn die Soundqualität den einen oder anderen Tinnitus begünstigt hat. Aber wie gesagt, wir sind ERSTER, wir sind AUFSTEIGER in unserer ersten Bärner-Cup Saison.
Daher noch einmal ein grosses Dankeschön unseren Partnerinnen, Kindern, Freunden und Zugewandten. Ohne eure Unterstützung könnten wir nicht so ausgiebig unserem Hobby frönen und solch tolle Momente wie heute Abend in Burgdorf erleben. Ein weiteres grosses Dankeschön gilt unserem Hauptsponsor der PostFinance AG, die uns seit Jahren grosszügig unterstützt. Sportlich betrachtet, ist dieser Aufstieg einer der grössten Erfolge in der PF Panthers Geschichte und die Mannschaft 17/18 wird mit Sicherheit in die Annalen der Panthers eingehen.