, Der parteiische Chronist

Die Panther haben entschieden...

Heute haben sich die Panther entschieden aufzusteigen. Welche Freude für einen parteiischen Chronisten diesen legendären Satz, frei nach Eismeister Zaugg, nieder zu schreiben. Als wäre das nicht bereits toll genug, darf erwähnt sein, dass dieses Unterfangen ohne die berühmte Rolex auf dem Wühltisch und mit einem komplett überalterten Team (Durchschnittsalter 37) gelungen ist. Somit sind wir auch am Ende der Zauggschen Plattitüden oder Weisheiten und widmen uns nun dem geschichtsträchtigen Geschehen des heutigen Tages in der PostFinance Arena.  

Die Panther empfingen heute den EHC Kerzers zum Rückspiel. Die einzige Niederlage die die Mannen aus dem Kanton Freiburg diese Saison einstecken mussten, war diejenige im Hinspiel gegen die Panther. Somit kämpften heute die beiden unangefochtenen Spitzenmannschaften um den direkten Aufstieg in die höchste Spielklasse des Interhockey Bärner-Cups. Dieser Spitzenkampf führte zu einem gewaltigen Zuschaueraufmarsch, ich glaube beinahe die Trainingshalle in der PostFinance Arena hat noch so viele Gesichter auf einmal gesehen. Hätte Mr Lüthi diese Rekordkulisse an Panther und Kerzers Unterstützer gesichtet, er hätte umgehend ein Kassenhäuschen aufgestellt. Vielen Dank das war fantastisch!!!  

Das Spiel startete wie erwartet. Beide Teams liessen es von Beginn weg knallen. Die Kufen zerfurchten das Eisfeld mit einer solchen Wucht, dass der Abrieb dem Eismeister Angstperlen auf die Stirn trieb, wollte er die Eisfläche nochmals benutzen wären wohl Überstunden nicht zu verhindern. Die Kontrahenten lieferten sich intensive erste Minuten, die vor allem dank tadelloser Verteidigungsleistung noch ohne nennenswerte Abschlüsse vorübergingen. Es erstaunt daher wenig, führte zu Drittelsmitte ein über die Linie gedrückter Abpraller vor dem Kerzers Gehäuse zum ersten Tor. Ein sogenanntes dreckiges Tor unseres Präsi, aber ein unglaublich Wichtiges. Den Extraboost durch die Führung, konnten die Stadt Berner nur wenige Minuten später zum Zwei zu Null nutzen. Mittels heroischem Kampf gruben sie die Scheibe hinter dem gegnerischen Tor aus und servierten sie dem Scharfschützen vom Dienst im hohen Slot, der sie ohne zu zögern in die Maschen dublerte.  

Das zweite Drittel startete mit Verzögerung, da der Eismeister beim Versuch die Spuren des ersten Drittels zu reparieren wahrscheinlich eine temporäre Wasserknappheit im Breitenrain Quartier verursachte. Kaum wurde das Hartgummiding wieder zur freudigen Malträtierung freigegeben, rannten die beiden Mannschaften in der gleichen Intensität wie im vorgängigen Drittel an. Die Spieler beider Teams gingen an die Grenzen der körperlich erlaubten Spielweise und manchmal auch ein bisschen darüber. Aber die beiden Unparteiischen hatten ihre Linie gefunden und intervenierten nur bei Überschreitungen über dem Playoff Mass. Kerzers wollte nun reagieren und siehe da, ein Zustellungsfehler der Panther ermöglichte ihnen den ersehnten Anschlusstreffer. Die Panther auf ihrer Seite wussten, dass Kerzers nun mit Vehemenz den Ausgleichstreffer suchen wird. Diese Euphorie musste sofort unterbrochen werden und was wirkt da am besten? Ein schneller Treffer! Keine drei Minuten später prallte eine slowenische Panthergranate an den Fänger des Schlussmannes der Orangen und die Scheibe spickte in einer selten gesehenen Gemächlichkeit über die Maske desjenigen in die weite Ecke – Kampfszenen in Matrix erschienen dagegen wie Dramaturgie lose Kindergeburtstage. Der zwei Tore Vorsprung war wiederhergestellt. Keine Minute später musste ein rothaariger Panther die Kühlbox aufsuchen. Diese Chance wollten sich die Mannen aus Kerzers nicht nehmen lassen und zeigten bereits nach wenigen Sekunden, dass Powerplay kein Fremdwort für sie ist. Der Anschlusstreffer war wieder Tatsache. Nun wippte das Spiel wie ein Fischerboot auf dem Atlantik hin und her. Beidseitig mussten die Defensivkräfte als Puffer hinhalten und wenn dann doch eine Scheibe den Weg aufs Tor fand, zeigten die beiden Schlussmänner wieso sie zu den besten der Liga gehören. Kurz vor Schluss des zweiten Drittels konnte aber der pfeilschnelle Slowene in Diensten der Panther einen Fehler im Aufbau des Gegners ausnutzen, entwischte den beiden Verteidigern, umspielte den für einmal unglücklich agierenden Schlussmann und schob die Scheibe zum Vier zu Zwei Pausenresultat ein.  

Das Schlussdrittel fügte sich nahtlos ins Spektakel der vorgängigen ein. Obwohl die Beine langsam schmerzten, Hände nach jedem Einsatz in Eiskübel gesteckt und blutende Nasen versorgt wurden, kämpften die beiden Teams um jeden Millimeter Eis. Mit jeder Minute weniger auf der Spieluhr, nahm die Zuversicht des Stadt Berner Publikums zu, hier, heute den dritten Aufstieg in Folge erleben zu dürfen. Mitte des dritten Drittels schwebte Schärlibär zum wiederholten Mal übers Eis und versorgte die Scheibe souverän zum Fünf zu Zwei im gegnerischen Gehäuse. Das Ziel war zum Greifen nah. Als schlussendlich die Schlusssirene ertönte (fünf Minuten vor eigentlichem Spielende, da die Spielzeit auslief und der Eismeister nicht bis in die frühen Morgenstunden arbeiten wollte) gab es auf den Zuschauerrängen wie auch auf der Spielerbank kein Halten mehr. Die Panther schafften bis jetzt ungeschlagen den frühzeitigen direkten Aufstieg in die höchste Spielklasse!!!!

An dieser Stelle sei euch allen ganz herzlich gedankt die uns während der Saison, der letzten Jahre und sonst auf irgendeine Art und Weise unterstützt haben! Merci ihr seid die Besten…