Ein irritierender Samstag in Lyss
Werter Leser es gibt Spiele für Chronisten da muss man die Höhe- oder Tiefpunkte aus weniger als nichts hervorzaubern und es gibt Spiele, da könnte man Bücher füllen. Das gestrige Spiel war wieder einmal eines der zweiten Sorte, wobei ich mir nicht sicher bin in welchem Verhältnis die Höhe- und Tiefpunkte zu einander standen. Doch beginnen wir von vorne.
Die Panther starteten mit dem Selbstbewusstsein des Leaders in diese Partie. Einsatz um Einsatz kreierten sie hochkarätige Chancen, die sie im Normalfall eiskalt verwertet hätten. Aber in diesem ersten Drittel agierten sie entweder zu verspielt und suchten aus optimalen Abschlusspositionen eine Passmöglichkeit oder der hervorragend wehrende Schlussmann der Pinguine stand am Ende ihrer Aktionen. Der Lauf der Panther wurde nicht einmal durch die zahlreichen, teilweise fragwürdigen, kleinen Strafen gebrochen. Es schien sogar, dass sie mit einem Mann weniger noch gefährlicher vors gegnerische Tor kamen. Doch trotz zahlreicher Abschlussmöglichkeiten gelang den Panther im ersten Drittel kein Tor und da auch die Pinguine ihre paar Chancen nicht nutzen konnten, endete das erste Drittel null zu null.
Das zweite Drittel eröffneten die Stadt Berner mit einer weiteren Strafe. Diese wurde überraschenderweise von den Pinguinen ausgenutzt und so konnten die Seeländer in Führung gehen. Der Rückstand beunruhigte die Panther aber in keiner Weise, denn die Führung war völlig entgegen dem Spielverlauf und es blieben noch beinahe vierzig Minuten zum Reagieren. Und das taten sie. Es dauerte keine zwei Minuten da egalisierten die Gelb Hemden den gegnerischen Vorsprung und kurze Zeit später knallten sie die Scheibe frisch fröhlich zur Führung und anschliessend zum weiteren Ausbau derjenigen in die Maschen des gegnerischen Tors. In dem Masse wie die Führung der Panther zunahm, in dem Masse sprachen die Unparteiischen nun Strafen gegen die Pinguine aus. Waren es im ersten Drittel die Panther, die lauthals protestierten, stieg nun der Lärmpegel auf Seiten der Seeländer. Die Begeisterung für die eigensinnige aber tadellos durchgezogene Linie der Führungspersonen erreichte ihren Höhepunkt, als der gegnerische Trainer die herrliche, ehemals noch olympische, Disziplin des Amphoren Schauwerfens wiedereinführte. Elegant knallte das Geschoss nach einem dreifachen Überschlag mit gegengesetzter Rotation aufs Eis und zerstäubte in seine Einzelteile, ganz im Sinne der Gründerväter dieser schönen Sportart. Ach ja, nebenbei wurde zwischendurch auch Eishockey gespielt und das Seitens Panther durchaus erfolgreich. So endete das zweite Drittel eins zu acht für die Stadt Berner.
Leider war die zweite Pause sehr kurz. So konnten sich die Akteure nicht richtig abkühlen und die Unparteiischen kamen in ihrer Analyse wohl auch nur bis zur Hälfte des letzten Drittels. Dennoch eröffneten die Panther das Drittel mit einem Tor. Doch danach wurde es leicht turbulent, eine kritische Szene führte zu einer Rudelbildung, die anschliessend zu zwei Gruppensitzen in der Kühlbox führte. In dieser Phase fielen nochmals drei Tore, eins für die Pinguine und zwei für die Panther. Aber nun wurde das Ganze leicht unübersichtlich. Kaum waren die Gruppen wieder zurück aus der Zwangspause, hatten die Unparteiischen Erbarmen mit der verwaisten Kühlbox und sprachen plötzlich eine Vielzahl an Strafen aus, widerriefen und revidierten diese innerhalb wenigen Sekunden und nun herrschte ein Chaos auf dem Feld. Spieler begaben sich in die Kühlbox, kamen wieder zurück, Garderobenschlüssel wurden mit auf den Weg gegeben und verwirrte Akteure wussten nicht wo sie ihre Hintern nun hinsetzen sollten. Äusserst spannend war dies, da das Spiel weder unfair noch unglaublich hart war. Es war eigentlich ein ziemlich durchschnittliches Spiel in diesen Belangen. Aber als parteiischer Chronist ist es natürlich höchst dankbar, wenn ein Spiel eher durchschnittlich ist und die Unparteiischen es in ein kleines Spektakel verwandeln. Für die Akteure war dies aber leider eher ein bisschen Kacke. Als sich der Nebel der Entscheidungen langsam lichtete und die Parteien sich wieder aufstellen wollten, bemerkte die Spielleitung wohl, dass das imaginäre Notizbüchlein leider keine leeren Stellen mehr aufwies und daher wurde das Spiel (oder aus einem anderen Grund, das erschliesst sich dem Chronisten nicht) frühzeitig beendet und so endete das Spiel nach ungefähr fünfundfünfzig Minuten mit einem zwei zu elf Erfolg für die Panther.
Nach der Schelte für das fehlende Bier beim letzten Auswärtsspiel möchte der Chronist an dieser Stelle unserem Torhüter für die leckeren Gaben aus der Brauerei Egger danken. @Egger Bier, vielleicht sollten wir mal über ein Sponsoring nachdenken... Und ein weiterer Dank gilt dem Coach respektive seiner besseren Hälfte die das Team mit einer vorzüglichen Torte verwöhnte. So kann man sagen, dass ein irritierendes Spiel doch noch, dank kulinarischen Genüssen, ein versöhnliches Ende gefunden hat… Nun freuen wir uns auf das Rückspiel gegen den EHC Kerzers nächsten Sonntag in der PostFinance Arena und hoffen auf ein zahlreiches Erscheinen unserer Supporter. Mit einem Sieg können die Panther den Aufstieg in die höchste Spielklasse sichern.