Zack, Kabumm, Bang!!!!
«Zack» «Kabumm» «Bang» ist wahrscheinlich die treffendste Beschreibung für das gestrige Spiel. Beginnen wir aber von vorne. Normalerweise verbringen die Panther den Sonntagabend im Kreise ihrer Liebsten aber an diesem regnerischen Abend durften sie in der Seelandhalle zu Lyss gegen die Oldies die Beine bewegen gehen.
Überpünktlich fanden sich die Stadt Berner ein, was zu einem ausgiebigen Warm-up führte. Es war wahrscheinlich das erste Mal, dass Ressourcen Management bereits beim Einspielen ein Thema wurde. Dafür waren die Mannen heiss, und wie heiss die waren… Die Scheibe berührte kaum das Eis, da flitzten die Panther wie hungrige Raubkatzen los und «Zack» die Scheibe flatterte bereits im gegnerischen Netz. Die Scheibe wurde zum zweiten Mal eingeworfen, «Kabumm»!!! Zum zweiten Mal zappelte das gegnerische Netz. Der Spielleiter bugsierte die Scheibe zum dritten Mal zurück ins Spiel, «Bang»!! Schon wieder war der Oldies Schlussmann geschlagen. Drei Minuten, drei Tore. Berücksichtigt man gängige statistische Verfahren, musste dieses Spiel wohl in die Annalen eingehen. Aber auch die heisseste Lava kühlt auf dem Weg den Berg runter langsam ab und so kühlten die heissesten aller heissen Hockeyspieler am Sonntagabend langsam runter. Dies führte dazu, dass die Tore nicht mehr im Minuten Takt fielen, sondern «nur» noch im zwei Minuten Takt – «Zabumm»!!! Die Oldies waren komplett überfordert, irgendwie wollte bei ihnen im ersten Drittel nichts zusammenpassen und so tanzten und frohlockten die Panther wie euphorisierte Jünglinge übers Eis und lochten munter ein. Als die Pausensirene zum Tee einlud, führte die Anzeige eine 2 für die Oldies und eine 9 für die Panther.
Im zweiten Drittel entwickelten sich die euphorisierten Jünglinge zu umweltbewussten Männern. Wäre dieses Drittel aufgezeichnet worden, es hätte sich über Nacht zur Pflichtlektüre für sämtliche Friday for Future Demonstranten, Biobauern und Weltverbesserer gemausert. Es wurde noch selten ein solches Lehrstück bezüglich höchstmöglichem Ertrag aus optimal dossiertem Ressourceneinsatz aufgeführt und das auch noch Klimaneutral. Die Panther fanden den richtigen Intensitätspegel um die Eisabnutzung in Lyss auf dem Minimum zu halten, so musste der Eismeister nach dem Spiel nur die Hälfte Wasser und Energie zum Eisaufbau verwenden. Zusätzlich wurde auch der Tornetz-Verschleiss gesenkt, da die Panther die Trefferkadenz auf einen vier Minuten Takt runtersetzten. Somit haben die Panther gestern Abend den Steuerzahlern von Lyss jede Menge «Batzen» gespart und ihren Beitrag im 2020 zum Erreichen der internationalen Klimaziele geleistet. Das schönste dabei war, dass diese unglaublich ökologische Spielweise gleichzeitig höchst ästhetische Spielzüge hervorbrachte. Somit wäre auch bewiesen, dass Klimaschutz sexy sein kann und dazu noch zu einer vierzehn zu vier Führung am Ende des zweiten Drittels führt.
Das dritte Drittel ist relativ schnell erzählt. Die Panther mussten nicht mehr, die Oldies wollten nicht mehr und es lockten kühle Biere. Leider nur für die Oldies… Und das ist aus Sicht des parteiischen Chronisten der grosse, ja sogar riesige Kritikpunkt am gestrigen Spiel. Wie kann es sein, dass bei vierzehn Spielern keiner daran denkt zwei Kistchen Bier nach Lyss zu tragen? Skandalös!!! Wahrscheinlich muss der Panther Excel-Spezialist eine entsprechende Verantwortlichkeitsliste erstellen. Den es gibt für parteiische Chronisten nichts Schlimmeres als Spielberichte unter akuter Unterhopfung zu verfassen. Bevor sich nun sämtliche Finger aufgrund der fehlenden isotonischen Versorgung verkrampfen, das Spiel in Lyss endete gegen zehn Uhr fünf zu sechzehn zu Gunsten der EHC PostFinance Panther… Heisst die Panther trafen das Törchen noch zweimal und die Oldies noch einmal.
Der parteiische Chronist kriecht nun zum geheimen Bierlager und hofft auch nächsten Samstag in Lyss gegen die Seedorf Pinguine wieder zahlreiche Zuschauer begrüssen zu dürfen.