Ein Bäre-Liga Revival
Heute spielten die Panther nach vielen Jahren wieder einmal gegen die Oldies aus Lyss. Bis Ende der Saison 16/17 traten die beiden Mannschaften jahrelang in der Bäre-Liga gegeneinander an und nun das erste Mal im Rahmen des Interhockey Bärner Cups. Soweit sich der parteiische Chronist erinnern mag, behielten die Oldies in Vergangenheit immer die Oberhand, aber was bedeutet das noch für die Gegenwart? Reichen vergangene Ehren um den Lauf der Raubkatzen zu bremsen? We will see.
Die Panther starteten harzig ins Spiel. Es schien als wären sie noch ein bisschen verkatert und müssten zuerst mal ihre Kreisläufe in Schwung bringen. Dieses ungewohnte Bild nutzten die Oldies und zeigten, dass sie wissen wo das Panther Tor steht. So prasselten in den ersten paar Minuten unzählige Schüsse auf die Nummer 35 ein. Wie ein kongenialer Endboss die Träume pubertierender Pickelgesichter hinter der Playstation zerstört, so eliminierte Simu jeden Anlauf der Oldies die Scheibe in seinem Tor zu versenken. Glücklicherweise, fanden sich in der Zwischenzeit auch seine Vorderleute immer besser zurecht und so beförderte in der siebten Minute Mühli einen Abpraller ins Tor der alten Herren. Dieser Treffer löste endlich die Handbremse im Spiel der Stadt Berner und nun entwickelte sich ein ansehnliches Spiel zweier Mannschaften auf Augenhöhe. Dabei zeigten die Panther wieso sie momentan von der Tabellenspitze grüssen. Die schnell vorgetragenen Angriffe stellten die Abwehr der Oldies immer wieder vor Probleme und so nutzte in der dreizehnten Minute Stephu eine Lücke in der Verteidigung zum zwei Tore Vorsprung und keine fünf Minuten später verwertete die slowenische Rakete ein präzises Zuspiel in den Slot zur drei zu null Führung. Leider nutzten die Oldies kurz vor Drittelsende einen Abstimmungsfehler in der Verteidigung zum Drei zu Eins Anschlusstreffer.
Der Start ins zweite Drittel verlief nicht planmässig und so grüsste der erste Panther aus der Kühlbox. Das Boxplay war heute aber erste Klasse und so ging diese Phase schadlos über. Ein paar Minuten später durfte auch der erste Oldie im Einzelabteil Platz nehmen. Die Formation um Schärlibär übernahm die Verantwortung und er nutzte ein fantastisches Zuspiel des kanadischen Zauberhändchens eiskalt zur Vier zu Eins Führung aus. Eine Minute später konnten die Oldies wieder einen Fehler im Verteidigungsverhalten der Panther ausnutzen und den Anschlusstreffer erzielen. Nun wurden die Panther ein bisschen fahrig und unnötige Fehler wie Offensivfouls schlichen sich ein. Aber wie gesagt, das Boxplay war heute eine Macht und so lancierten die Pfeilschnellen Dubler und Schär einen Entlastungsangriff, den sie auch sogleich zum erneuten drei Tore Vorsprung ausnützten. Dies konnte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich gegen Ende des zweiten Drittels immer häufiger Fehler ins Pantherspiel einschlichen. Aber da die achthändige Torhütergottheit im Tor nach wie vor einen überragenden Match ablieferte, konnten die Panther das fünf zu zwei in die Drittelspause mitnehmen.
Das dritte Drittel begann mit einem Paukenschlag. Im ersten Einsatz überlistete die slowakische Rakete den Hintermann der Oldies mit einem schönen Schuss aus dem Handgelenk. Sechs zu zwei, die Sache schien klar und nun passierte, was der parteiische Chronist diese Saison noch nie gesehen hatte. Es schien als würden sämtliche Panther von einer Blitzdemenz erfasst, die dazu führte, dass sie vergassen zu laufen. Die Oldies nutzten diesen temporären Stillstand eiskalt aus und schossen ihr drittes Tor. Die Orientierungslosigkeit der Stadt Berner nahm mit jeder Minute weniger auf der Anzeige in ungleichem Verhältnis zu. Zur fehlenden Lauffreude gesellten sich nun auch individuelle Fehler, ein toxischer Cocktail, der jeden Gameplan kaputt macht. So erstaunt es nicht gelang den Oldies dreizehn Minuten vor Schluss ihr viertes Tor. Nun ging es bei den Panthern drunter und drüber, während dem die Lysser ihre Chancen sahen. Nebst dem der Demenz geschuldeten Kollaps im Spiel der Stadt Berner, führten unnötige Strafen zu einer zusätzlichen Schwächung. Irgendwann fehlte auch dem achthändigen Torhütergott eine Hand und die Oldies schossen den Anschlusstreffer zum Fünf zu Sechs. Nun war die Spannung in der heiligen Arena der PostFinance zu spüren. Acht Minuten zu spielen, die Panther nicht ganz bei der Sache, ein Gegner der Morgenluft schnuppert, das sind die Spiele die Chronisten, auch parteiische, lieben. Sicherheitshalber überprüften die Eismeister die Ladungen der Defibrillatoren, es war nicht klar ob die Herzen aller Zuschauer einen solchen Krimi überstehen würden. Aber nun folgte eine souveräne Reaktion der Panther. Wie wenn sie nie weg gewesen wäre, fanden die Mannen in Gelb die Lauffreundschaft wieder, das Positionsspiel knallte in ihre Synapsen und wurde umgesetzt, sogar Zweikämpfe gehörten urplötzlich wieder ins Spielervokabular. Die Oldies versuchten zum Schluss noch mit sechs Feldspielern einen Punkt zu ergattern, aber die Panther verteidigten die zwei Punkte wie routinierte Oldies. Somit endete das erste Wiedersehen mit den Oldies sechs zu fünf für die Panther.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei den zahlreich erschienenen Fans. War toll eine solch tolle Wand im Rücken zu wissen. Nun legen die Panther den Fokus auf nächsten Samstag, da treffen wir in Neuenburg auf die zweite bislang ungeschlagene Mannschaft, den EHC Kerzers. Ein richtiges Gipfeltreffen.