Triple Figures, The Wall und Ptolemäus der Pinguin
Das heutige Meisterschaftsspiel bestritten die Modellathleten der PostFinance Panthers gegen das noch unbekannte Team Götti. Der Coach durfte für die Aufstellung aus dem vollen schöpfen. Da die Garderoben diese Saison an Volumen einbüßten, musste er sogar Spieler zuhause lassen. Dennoch quetschten sich 15 Spieler und ein Torhüter an diesem stürmischen Sonntagnachmittag auf die Spielerbank in der PostFinance Arena.
Die Windböen draussen inspirierten scheinbar beide Mannschaften. Sie fetzten bereits in den ersten Minuten mit ansehnlicher Geschwindigkeit über die rutschige Unterlage. Wobei die Göttis eher dem kultivierten Spielaufbau frönten und die Panthers dem fröhlichen drauflos stürmen. Einer dieser wunderbar unorthodoxen Anläufe führte kurz nach Anpfiff zur Führung für die Stadtberner. Leider gelang den Patenonkel kurze Zeit später der Ausgleich. Irgendwie gelang es den Panthers nicht das Spiel wie gewohnt zu kontrollieren. Dafür erinnerte das Spiel der Göttis den parteiischen Chronisten an eine ihm kürzlich offenbarte Weihnachtsgeschichte aus der Zeit als die Pinguine noch im ganzen Aaretal heimisch waren und nicht nur im Dählhölzli. So kriegte seinerzeit der Pinguin Ptolemäus zur Bescherung einen selbstgestrickten, viel zu großen Wollpullover. Welcher sich leider an Heiligabend, aufgrund seiner viel zu großen Maschen in der Stoßstange eines vorbeifahrenden Sattelschleppers verhedderte und dem armen Ptolemäus einen recht versch***nen letzten Weihnachtsabend bescherte. So ähnlich versch***en war die Effizienz der Göttis. Sie spielten schön und gepflegt - wie ein Wollpullover, die Panthers kurvten irgendwie umher und am Ende jeder Göttis Aktion stand “The Wall” Päscu, für den Gegner auch Klagemauer oder eben Sattelschlepper genannt. Auf der anderen Seite zeigte der “triple eight plus 71”-Sturm was Effizienz ist. Aus einer halben Chance erzielten sie noch zwei Tore, so dass die Panthers sich mit einer drei zu eins Führung in die erste Drittelspause verabschieden konnten.
Die Pausen Diskussion betreffend dem vernichtenden Stellungsspiel im ersten Drittel schien zu Beginn des zweiten Drittels zu fruchten. Wobei der parteiische Chronist festhalten muss, dass die Steigerung in etwa dem Schritt von katastrophal riechenden schwedischen Fischspezialitäten in Büchsen zu noch immer bös stinkendem Rollmops entsprochen hat. Dennoch entwickelte sich nun auch aus Panthers Sicht ein unterhaltsames Spiel, in welchem die Gelbhemden langsam ein leichtes Chancenplus erarbeiteten. Die Panthers stürmten nun entschlossener auf das Tor der Göttis, scheiterten aber immer wieder an sich selber oder der gegnerischen Abwehr. Auf der anderen Seite konnten sich die Panthers nach wie vor auf “the Wall” verlassen. Sobald mal wieder das Verteidigungs Prinzip Hühnerhaufen umgesetzt wurde - was gelegentlich passierte - neutralisierte er mit seinen geschmeidigen und stilsicheren Moves die gegnerischen Bemühungen. In diesem unterhaltsamen hin und her konnten die Panthers aber auf ihre heutigen Meister der Effizienz zählen. So erzielte der “triple eight plus 71”-Sturm den einzigen Treffer zum Pausenstand von vier zu eins.
Im letzten Drittel wurde die Gangart ruppiger. Die Göttis wollten sich nicht geschlagen geben und die Panthers den Vorsprung nicht mehr hergeben. Doch bei den Panthers waren nun alle sechzehn Spieler in der Partie angekommen und so konnte der “triple nine plus 22”- Sturm auch endlich das Netz der Göttis zappeln lassen. Die Patenonkel versuchten nun mit letzter Kraft den Anschluss zu erzwingen, doch die rigorose Verteidigungsarbeit der Panthers brachte sie beinahe an den Rand der Verzweiflung. Die konsequente harte Arbeit jedes einzelnen, sei es bei der Verteidigung des Torhüters oder dem Forechecking im Drittel des Gegners, führte dazu, dass sich den Panthers immer häufiger Räume für die schnellen Angriffe öffneten. Den geneigten Leser erstaunt es natürlich nicht, konnten die Raubkatzen im letzten Drittel die Führung zu einem formidablen sieben zu eins Sieg ausbauen. Wobei das Resultat ein bisschen schmeichelhaft scheint.
Damit noch ein bisschen Garderoben-Polemik aufkommt, wurde dem Chronisten zugetragen, dass “the Wall” den Gegentreffer aufgrund der unsäglichen Bierkosten die ein Shutout mit sich bringt, passieren liess. Daher ist der parteiische Chronist klar dafür, dass Torhüter in Zukunft pro erhaltenes Tor eine Kiste Bier ins Training bringen sollten... ;)