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Das Panthers Hirziraço

Der parteiische Chronist 03.02.2019

Wer erinnert sich nicht an den achten Juli 2014? Brasilien gegen Deutschland, Halbfinale im eigenen Land. Im Stadion Mineirao war für ein brasilianisches Volksfest aufgetischt, die Zuversicht der Seleçao sogar auf den Grossleinwänden in der Schweiz spürbar. Doch innerhalb von sechs Minuten zerstörte die Elf, angeführt von Toni Kroos, sämtliche Träume derjenigen. Nein!!! Einer ganzen Nation. Das Spiel ging als Mineiraço (sinngemäss “Schock von Mineirao”) in die Geschichtsbücher ein. Ein ähnliches Waterloo erlebten gestern die Panthers auf dem Hirzenfeld gegen die Vultures, ein sogenanntes Hirziraço (sinngemäss “Schock vom Hirzi).

Der Spielverlauf ist relativ schnell erzählt. Die Geier stürzten sich auf die halbtoten Panthers und genossen die Freiheiten die man ihnen gewährte. Sie erzielten mit ihren schnell ausgeführten Angriffen rasch einen zwei, drei Tore Vorsprung, der für die Stadtberner nicht mehr einzuholen war. Das, obwohl sich die Panthers durch ihre unglaubliche Solidarität untereinander auszeichneten. So unterstützten sie sich gegenseitig beim totalen Versagen. Die Stürmer versenkten die Scheibe nicht im gegnerischen Tor und spätestens nach dem dritten Abschluss, lancierten sie den gegnerischen Konter. Die Verteidiger beobachteten die anstürmenden Geier aus sicherer Distanz um ihnen bei einem missglückten Abschluss sofort wieder die Scheibe in die Beine zu spielen. Und auch der Schlussmann zeigte sich leider solidarisch und ließ ungewohnter Weise den einen oder anderen Puck passieren. Erzielten die Panthers ausnahmsweise ein Tor, konnte der geneigte Zuschauer knapp auf zwanzig zählen und die Sturzgeier stellten den vorherigen Vorsprung wieder her oder bauten ihn sogar noch aus.

Nach gefühlten drei Stunden war die zweite Saisonniederlage, das Hirziraço, Tatsache. Die Panthers kassierten eine neun zu drei Brause. Andere Chronisten würden nun schreiben, man werde aus den gestrigen Fehlern lernen und gestärkt aus der Niederlage raus kommen. Aber solche Plattitüden können wir uns sparen. Es war einfach ein Sch***-Spiel, Bier drüber und fertig.